Von der Produktionsgeschichte zur Produktionszukunft.
Mitten in München schreibt BMW gerade ein Stück Industriegeschichte. Das traditionsreiche Stammwerk wurde in letzten fünf Jahren konsequent auf die elektrische Zukunft ausgerichtet – bei laufender Produktion. Mit dem Start der Serienfertigung des BMW i3 im August 2026 erreicht die Transformation einen entscheidenden Meilenstein.
Für BMW ist München viel mehr als nur ein Produktionsstandort: Die Geschichte des BMW Group Werk München geht zurück bis ins Jahr 1916, auch wenn die ersten Automobile dort erst nach dem Zweiten Weltkrieg produziert wurden. Seit 1975 ist das Stammwerk eng mit der 3er Reihe verbunden; mehr als neun Millionen Fahrzeuge dieser Baureihe liefen hier vom Band. Rund 650 Millionen Euro investiert die BMW Group in die Umstellung auf ein ausschließlich elektrisches Produktionswerk. Auf rund einem Drittel der Werksfläche entstanden neue Anlagen für Karosseriebau und Fahrzeugmontage mit Logistikflächen.
Von der Herausforderung zur Meisterleistung.
Die besondere Herausforderung: Die Baustelle durfte den Produktionsfluss nicht zum Stillstand bringen. Während des Umbaus liefen täglich bis zu 1.000 Fahrzeuge weiter vom Band. Im BMW Business Class Podcast bezeichnet Dr. Peter Weber, Leiter des BMW Group Werks München, die Leistung seines Teams als „Meisterleistung“.
Gesteuert wurde der Umbau über einen integrierten Meilensteinplan, der Fahrzeug-, Struktur- und Technologieprojekte zusammenführte. Auch die Organisation der Arbeit veränderte sich. Führungskräfte und Fachleute entwickelten ein gemeinsames Verständnis für die Herausforderungen. Die Beschäftigten wurden frühzeitig informiert, in die Gestaltung neuer Arbeitsplätze einbezogen und für neue Aufgaben qualifiziert.
„Der wichtigste Erfolgsfaktor ist heute und bleibt auch in Zukunft in der Produktion und in der Transformation der Mensch“, betont Weber. Er hebt Kompetenz, Begeisterung und Einsatz der Mitarbeitenden als Grundlage der Umstellung hervor.
Erfolgsprinzip: BMW iFACTORY.
Technologisch folgt das Werk dem Leitbild der BMW iFACTORY mit den Schwerpunkten Effizienz, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. In der neuen Karosseriefertigung übernehmen rund 800 Roboter die Fügevorgänge; die Automatisierungsquote liegt bei rund 98 Prozent. Virtuelle Planung, automatisierte Oberflächeninspektion und digitale Qualitätsdaten unterstützen die Qualitätssicherung. In der Montage sind Fahrzeuge, Anlagen und Werkzeuge vernetzt; der BMW i3 übermittelt den Status von bis zu 20.000 Merkmalen an das Produktionssystem. Dieses Live-Tracking unterstützt bei der Qualitätskontrolle.
Besonders wichtig für den innerstädtischen Standort ist die Logistik. Im Werk werden rund 2,5 Millionen Teile pro Tag bewegt. Künftig sollen rund 70 Prozent davon direkt an die Montageplätze gelangen. Mehrstöckige Logistikflächen, Fördertechnik, Smart Transport Robots und fahrerlose Transportsysteme reduzieren Wege. Ein digitaler Logistikleitstand erfasst die Materialversorgung und unterstützt die datenbasierte Steuerung.
Produktionsstart des BMW i3.
Mit dem BMW i3 kommt nun das zweite Modell der Neuen Klasse. Der Produktionsstart in München erfolgte im August 2026; eine „First Edition“ des neue BMW i3 50 xDrive führte bereits ab Juni 2026 zu hoher Nachfrage. „Mit dem Produktionsstart des BMW i3 reduzieren wir die Fertigungskosten im Werk München um weitere 10 Prozent“, sagt Weber. Dazu tragen optimierte Prozesse, Automatisierung, Digitalisierung und die Fahrzeugarchitektur der Neuen Klasse bei.
Regionale Wertschöpfung
Die Transformation reicht über die Werksgrenzen hinaus. Hochvoltbatterien der sechsten Generation für den BMW i3 kommen aus dem neuen BMW Group Werk Irlbach-Straßkirchen in Niederbayern. Der Gen6-E-Motor wird im Werk Steyr gefertigt; das Gehäuse liefert die Aluminiumgießerei in Landshut. Das Prinzip „local for local“ verbindet globale Produktionskompetenz mit regionaler Wertschöpfung.
Fazit: Der Mensch ist der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit.
Im BMW Group Werk München entsteht die industrielle Basis für die nächste Generation vollelektrischer BMW Modelle. Die neue Montage soll mehrere Modelle der Neuen Klasse flexibel abbilden. Die Just-in-Sequence-Fertigung, bei der die Bauteile für individuell konfigurierte Fahrzeuge in der exakt richtigen Reihenfolge der Verarbeitung angeliefert werden, ist ein wichtiger Teil der qualitätsgesicherten Produktion.
Die Werkstransformation verbindet den Anlauf eines neuen Elektrofahrzeugs mit dem Erhalt der laufenden Fertigung und einer Modernisierung über alle Bereiche hinweg - vom Presswerk und Karosseriebau über Lackiererei und Montage bis zur Logistik.
Für Werksleiter Dr. Peter Weber ist das Ergebnis ein Meilenstein: „In der Gesamtheit, also mit einem ambitionierten Zeitplan die laufende Produktion auf der Kammlinie zu halten, dabei einen Großteil des Werkes strukturell umzubauen und alle Technologien auf dem neuesten Stand zu bringen, das ist schon einzigartig.“
Hörtipp: Werkstransformation im Podcast.
Das ganze Gespräch von BMW Group Werks-Leiter Dr. Peter Weber mit Wolfgang Schulz, Leiter Vertrieb Großkunden im Markt Deutschland, hören Sie ab dem 9. Oktober im BMW BUSINESS CLASS-Podcast „Was uns bewegt“.