VOR

AUF PERFEKTEN SOHLEN.

UNTERNEHMENSPORTRÄT: VOR.

AUF PERFEKTEN SOHLEN.

UNTERNEHMENSPORTRÄT: VOR.

AUF PERFEKTEN SOHLEN. UNTERNEHMENSPORTRÄT: VOR.

„Eigentlich war es schon immer unser Traum, unsere eigenen Schuhe zu kreieren.“ Andreas Klingseisen sitzt mit seinem Kompagnon Jörg Rohwer-Kahlmann in einem Münchener Ladengeschäft vor einem eleganten Design-Glastisch, als er das sagt. Um die Ecke liegt der quirlige Viktualienmarkt, nebenan das Traditionsgeschäft „Schrauben Preisinger“, ständig schauen neugierige Passanten durch die großen Schaufenster in die minimalistische Auslage. Dort stehen einige Ergebnisse ihrer Träumereien, die VOR Sneaker 1A und 1B in verschiedenen Weißtönen und Marineblau, das Modell 3A in Aprikot und der 2B Safari. Rohwer-Kahlmann hat einen flachen, weißen 5A ohne Socken an den Füßen. Es ist der Prototyp der nächsten Neuerscheinung, den er gerade im Alltag testet. Klingseisen trägt einen weißen 2B-Hightop, also einen über die Knöchel reichenden Schuh. Schon die einfache Durchnummerierung der Modelle macht klar: VOR Schuhe sind buchstäblich auf das Notwendigste reduziert.

Schlicht, zeitlos und klar. So wollen Klingseisen und Rohwer-Kahlmann ihre Schuhe haben, als sie 2010 mit VOR starten. Die beiden sind Freunde seit Kindertagen, hören als Jugendliche Hip-Hop und spielen Basketball. Sneaker gehören dabei notwendigerweise zum Lifestyle. Die Begeisterung für das Turnschuhwerk übertragen sie auf ihr eigenes Unternehmen. Sie schaffen eine erwachsene Version mit konsequentem Design-Anspruch: „Wir haben die Leidenschaft, absolut schöne und gute Schuhe herzustellen“, sagt Rohwer-Kahlmann. Zunächst geschieht das in Vietnam, bei einer Firma, die auch für riesige Weltmarken produziert. Das Label VOR muss sich dort mit seinen exklusiven 500-Paar-Stückzahlen hinten anstellen und bekommt Schwierigkeiten mit den Lieferterminen. Also beschließen Klingseisen und Rohwer-Kahlmann nach drei Jahren, die Produktion nach Europa zu verlegen.

Neustart mit Hürden, aber auch klaren Vorteilen. „Wir dachten, dass wir in Asien den Stecker ziehen, ihn hier wieder reinstecken und weiter geht’s“, erinnert sich Klingseisen. Doch so einfach ist es nicht. Die beiden müssen neue Lieferanten finden, die ihren Ansprüchen genügen. Als ein Beispiel erzählt Klingseisen von der Suche nach einem Produzenten für das innere Futterleder der VOR Schuhe. Standardmäßig wird es für andere Hersteller in drei Farben geliefert – aber eben nicht in dem Marineblau, das die beiden Münchener für ein Modell ihrer Schuhe benötigen. Und auf das sie auf keinen Fall verzichten wollen, auch wenn man es eigentlich fast nicht sieht. Nach langer Suche finden sie auf einer Ledermesse in Mailand schließlich einen kleinen italienischen Familienbetrieb, der liefern kann, was zu VOR passt. Auch für die Suche nach anderen Materialien gehen beide auf Deutschland- und Europatournee. „Wir kaufen nichts von der Stange“, betont Rohwer-Kahlmann, „unsere Schuhe werden ausschließlich so hergestellt, wie wir es wollen. Nach unseren Design-Vorstellungen, mit den besten Materialien, ohne Kompromisse.“

Rund wird der Neustart bei einer Fahrradfahrt im Münchener Hofgarten. An einem Samstag, erinnert sich Klingseisen, radelt er dort mit einem Podcast auf den Ohren vor sich hin, als der Chef der Manufaktur Hummel & Hummel anruft. Die Firma in Pirmasens hatten die beiden Unternehmer nach einem Tipp angeschrieben. Klingseisen setzt sich auf eine Bank und erzählt lange von der Idee, Sneaker in Deutschland in Handarbeit zu produzieren. „Drei Tage später haben wir mit einem Handschlag den ersten Schuh-Deal besiegelt“, sagt Klingseisen. Und Rohwer-Kahlmann freut sich: „Wir haben die Manufaktur gefunden, die unsere Leidenschaft für das Produkt voll mitträgt.“ Damit erreichen die beiden VOR Gründer ihr Ziel „Made in Germany“.

Die Marke kommt an. Nicht nur bei dem einen oder anderen prominenten Schauspieler, der die VOR Sneaker gern an den Füßen trägt. Zur Markteinführung des BMW X2 schaffen beide einen weißen Hightop-Sneaker mit Fersenkappe und Schnürsenkel-Ösen in Galvanic Gold, der Positionierungsfarbe des Autos. Damit treffen sich sportliches, urbanes, unverwechselbares, kompromissloses Design zweier Marken – und das damit verbundene individuelle Lebensgefühl. Der BMW X2 hat in Form und Farbe etwas Rebellisches. So wie die VOR Gründer spricht er damit junge, dynamische, progressive und unkonventionelle Menschen an. Für Produktdesigner Rohwer-Kahlmann eine absolut stimmige Kooperation: „Schuhe und Autos sind sich schon ähnlich“, sagt er und hält einen flachen VOR Schuh vor die Silhouette des BMW X2, der vor der Tür des neuen Showrooms in der Utzschneiderstraße steht. „Außerdem hat BMW eine perfekte Design-Sprache. Unsere Unternehmen treffen sich beim sehr hohen Anspruch an Linien und Formen“, sagt Rohwer-Kahlmann.

Ein neues VOR Modell braucht Zeit. Die beiden Unternehmer kennen sich schon so lange, dass sie sich in ihrem Geschäft fast blind verstehen. An einem neuen Schuh tüfteln sie gemeinsam, bis jede noch so winzige Einzelheit der gut 40 bis 50 Teile am Schuh stimmt – vom Aussehen bis zum Tragekomfort. „Es gibt fast eine Art Battle um Design-Details zwischen uns“, erzählt Klingseisen. Und fertig ist das Modell, wenn es in ihren Augen fertig ist. „Unsere Schuhe kommen erst dann auf den Markt, wenn nach unserer Ansicht alles an ihnen stimmt“, sagt Rohwer-Kahlmann. Den Kunden von VOR gefällt’s, die, das wissen die Unternehmer zufällig genau, zwischen 20 und 83 Jahre alt sind. Der hochbetagte 83-jährige Fan der Sneaker-Marke ist ein Münchener Architekt, dem die Formensprache der Schuhe spontan sofort gefällt, als er sie im Laden sieht. Bei so einem Kompliment geht der Traum vom eigenen Sneaker gleich noch mal in Erfüllung.

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NEUER SHOWROOM IM HERZEN VON MÜNCHEN.

Neuer Showroom im Herzen von München

NEUER SHOWROOM IM HERZEN VON MÜNCHEN.

Jörg Rohwer-Kahlmann (l.) und Andreas Klingseisen präsentieren ihre VOR Sneaker in der Utzschneiderstraße 7, nahe des Viktualienmarktes.

HANDARBEIT IN PIRMASENS.

Handarbeit in Pirmasens

HANDARBEIT IN PIRMASENS.

VOR Sneaker sind „Made in Germany“. Auf langen Touren suchten die beiden Gründer die passenden Materialien und stießen dann auf die richtige Manufaktur in Pirmasens.

„Unsere Kunden entscheiden sich bewusst für ganz besonderes Design, das in hochwertiger Handarbeit entsteht.“
Andreas Klingseisen

EXKLUSIVE KOOPERATION.

Exklusive Kooperation

EXKLUSIVE KOOPERATION.

Zum Start des BMW X2 legte VOR einen weißen Hightop-Sneaker mit Fersenkappe und Schnürsenkel-Ösen in Galvanic Gold auf.

„Unsere Schuhe müssen absolut schön, praktisch und komfortabel sein, dabei gehen wir keine Kompromisse ein.“
Jörg Rohwer-Kahlmann

VOR PRODUKTE.

VOR Produkte

VOR PRODUKTE.

Die beiden Münchener Andreas Klingseisen und Jörg Rohwer-Kahlmann gründeten ihre Premium-Schuhmanufaktur VOR im Jahr 2010. Zunächst ließen sie ihre exklusiven Sneaker in Vietnam produzieren, seit 2014 sind die Schuhe „Made in Germany“ in der Manufaktur Hummel & Hummel in Pirmasens. Angefangen hat das Zwei-Mann-Unternehmen 2011 mit der ersten Kollektion, von der 500 Paar auf den Markt kamen. Für das laufende Jahr peilen sie den Verkauf von rund 4.000 Paaren an. Außer im Jahr des Produktionsstandortwechsels von Asien nach Deutschland hat sich der Umsatz von VOR jedes Jahr verdoppelt, ihren genauen Umsatz verraten die beiden Unternehmer aber nicht. Zum Marktstart des neuen BMW X2 kreierte VOR einen exklusiven und streng limitierten Sneaker. Den gab und gibt es nicht zu kaufen, sondern zum Verkaufsbeginn im März ausschließlich online zu gewinnen.

DIE UNTERNEHMER.

Die Unternehmer

DIE UNTERNEHMER.

Die Münchener Andreas Klingseisen (l.) und Jörg Rohwer-Kahlmann (r.) kennen sich schon seit Kindertagen. Beide hörten Hip-Hop, waren Skater, begeisterten sich für Baseball und Basketball, trugen Sneaker an den Füßen. Während des Studiums kamen sie in der gemeinsamen WG in Bogenhausen mit zwei weiteren Mitbewohnern auf eine 400-Paar-Sneaker-Sammlung. Der 1974 geborene Jörg Rohwer-Kahlmann ist Produktdesigner und war sieben Jahre Footwear-Designer bei Puma. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der 1976 geborene Andreas Klingseisen ist Diplom-Sportwissenschaftler und hat außerdem noch ein Unternehmen für Personal Coaching. Er ist verheiratet und hat ein Kind.