Biathlon auf Schalke 2019

IDEALLINIE FÜR
DIE HEIM-WM

BMW Motorsport entwickelte Software
zur Optimierung der Material- und Fahrdynamik

Der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) profitiert auch bei der Heimweltmeisterschaft im Rennrodeln am Königssee von den BMW-Experten. Dank der Technologie ist der BSD auch in dieser Saison auf der Erfolgsspur unterwegs, denn durch die von BMW Motorsport entwickelte Software können komplexe Abstimmungen der Schlitten wie auch die Fahrlinie verbessert werden.

 

Die deutschen Rennrodler starten nach einer bislang sehr erfolgreichen Weltcup-Saison auch zuversichtlich in die Weltmeisterschaften am Königssee. Der dreifache Olympiasieger und 13-fache Weltmeister Felix Loch hat in dieser Saison eindrucksvoll auf die Erfolgsspur zurückgefunden, alle acht Einzelrennen gewonnen und sich vorzeitig seinen siebten Gesamtweltcupsieg gesichert. Auf dem zweiten Rang liegt Johannes Ludwig. Der Thüringer arbeitet seit dieser Saison mit dem Bayern Loch, Rodel Legende Georg Hackl und Ingenieuren von BMW Motorsport zusammen. Speziell entwickelte Simulationsmethoden helfen den beiden Spitzenrennrodlern bei der Weiterentwicklung und Abstimmung ihrer Schlitten, sowie beim Finden der Ideallinie.

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IDEALLINIE FÜR <br> DIE HEIM-WMBMW Motorsport entwickelte Software<br> zur Optimierung der Material- und Fahrdynamik

Die Grundlagen des Erfolgsprojekts liegen im Jahr 2016, als BMW Motorsport Ingenieure damit begonnen hatten, modernste Mess- und Analysetechnologie von der Rennstrecke für den Einsatz im Schlittensport adaptierten. Beschleunigungs-, Drehraten- und Temperatursensoren, wie sie auch in den BMW Motorsport Fahrzeugen eingesetzt werden, zeichneten wichtige Daten auf, um Fahrten im Eiskanal genau zu rekonstruieren.

 

BMW hat das Projekt mit dem BSD seither enorm weiterentwickelt. Der Rennrodel-Juniorenweltmeister Julian von Schleinitz, ist Doktorand im Bereich Künstliche Intelligenz bei BMW Motorsport, hat auf Basis des über Jahre gesammelten Datenschatzes eine Software entwickelt, die es erlaubt, am Computer nicht nur die ideale Fahrlinie zu ermitteln, sondern auch das Material und die Abstimmung der Sportgeräte zu optimieren.

 

„Diese datengestützte Vorgehensweise ist seit vielen Jahren im Motorsport die unabdingbare Voraussetzung in der Fahrzeugentwicklung und der Abstimmung der Rennwagen für die unterschiedlichen Strecken“, sagt Rudolf Dittrich, Leiter BMW Motorsport Fahrzeugentwicklung. „Für den Eiskanal lagen aber schlichtweg keine Daten und keine Software vor. Doch weil die grundlegenden Anforderungen und Ziele sich im Motorsport und Rennrodeln ähneln, konnten wir auf der BMW Motorsport Messtechnik und Software aufbauen und sind nun in der Lage, mit den uns bekannten Tools und Methoden die Performanceentwicklung zu unterstützen.“

Dies ist ein vielversprechender Vorteil, besonders im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2022 in Peking. Coronabedingt mussten die für 2021 geplanten Weltcup-Rennen im olympischen Eiskanal abgesagt werden, so dass alle Athletinnen und Athleten erst kurz vor den Winterspielen dort fahren können – und dann materialseitig nicht mehr auf die Erkenntnisse reagiert werden kann.

 

Die Erfolge von Loch und Ludwig in dieser Weltcup-Saison zeigen, dass die Computersimulationen sich bereits jetzt auszahlen. Dies liegt auch daran, dass im Rennrodeln, anders als etwa im Bobsport, das Reglement viel mehr Freiheit beim Material und der Abstimmung erlaubt. Ein Umstand, der dem dreimaligen Rennrodel-Olympiasieger Georg Hackl in seiner aktiven Zeit den Ruf eines herausragenden Tüftlers eingebracht hat. Dieser Ruf hat auch in seiner neuen Funktion Gültigkeit. Hackl, Techniktrainer des BSD, sagt: „Die Möglichkeiten, die wir durch die BMW Unterstützung haben, sind außergewöhnlich wertvoll und geben völlig neue Einblicke in das komplizierte System Rennrodel und Athlet. Beim Rennrodeln ist es entscheidend, einen möglichst schnellen Schlitten zu bauen der jedoch trotzdem vom Athleten gut beherrschbar ist. Dies alles beeinflusst sich gegenseitig, so dass wir mit den Simulationen Licht in das Dunkel dieses komplexen Geflechts bringen und viel bessere Lösungen entwickeln können, als wir es nur durch Fahrten im Eiskanal und unsere subjektiven Eindrücke jemals könnten.“ 

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